Sattelmühle

Ortsteil Sattelmühle

Der Ortsteil Sattelmühle liegt südwestlich von Frankeneck an der Elmsteiner Talstraße und ein Stück entlang der Straße nach Esthal. Einige Gebäude entlang der Talstraße gehören noch zu Frankeneck. Besonders geprägt wird der Ort durch die zu Esthal gehörenden Bauten des heutigen Forstgutes Sattelmühle. Der Name leitet sich ab vom mittelhochdeutschen Sedelmühle, was gleichbedeutend mit Herrenmühle ist. Das Anwesen gehörte ursprünglich als herrschaftlicher Besitz zur Burg Erfenstein. Besitzer waren Werner II. von Bolanden, Konrad, Herzog von Schwaben und Graf Jofried von Leiningen-Hardenburg um nur einige zu nennen. Im 16. Jahrhundert gehörte die Burg Erfenstein und die umliegenden Ländereien Balthasar von Rosenberg sowie mit Burganteilen den Herren von Dienheim als leiningischen Lehnsnehmern. Bereits im Jahre 1575 verkauften jedoch Siegfried von Dienheim und seine Ehefrau Regina (von Fleckenstein) dem Dompropst Wolfgang von Mainz und den Herren Dietrich, Damian und Friedrich Kämmerer von Worms genannt von Dalberg ihren Anteil für 300 Gulden. Zehn Jahre danach kam es zu einer bedeutenden Lehnsvergabe. Graf Emich von Leiningen-Dagsburg übergab den Teil an Burg und Land, den vorher Balthasar von Rosenberg besessen hatte, an Damian von Dalberg als Lehnsträger. Nach dem Aussterben der ursprünglichen Grundherren fiel dann 1589 das gesamte Leininger Lehen Erfenstein durch Verkauf an Damian von Dalberg. Die Familie von Dalberg blieb bis zur französischen Revolution Eigentümer der Ländereien. Herzog von Dalberg hatte dem Dorf Esthal, das sich im Laufe der Geschichte wiederholt erfolglos um den Erwerb von eigenem Wald bemüht hatte, die Weide– und Holzberechtigung eingeräumt, die zum Lebensunterhalt der Bevölkerung unbedingt erforderlich waren.

Um 1791 wurden Teile des heutigen Forstguts Sattelmühle zusammen mit einer jenseits des Speyerbaches liegenden Sägemühle aus dem Besitz der Freiherren von Dalberg durch Saladin Klein erworben. Diesem gehörte auch die Dreiherrenschmiede (Kupferhammer) in Lambrecht. Des weiteren erwarb Saladin Klein 1793 erheblichen Waldbesitz aus ehemals freiherrlich-dalbergischem Forst. Unter Napoleon kamen das Hofgut und der Wald in französischen Staatsbesitz. Da die französische Administration die eingezogenen Besitztümer zur Deckung der Kriegsfolgekosten schnell wieder zu Geld machte, konnten Saladin Klein ebenso wie die Herren von Dalberg ihre ehemaligen Besitztümer zurück bekommen. 1818 übergab Saladin Klein seinem Sohn Johann Jakob das Anwesen als Heiratsgut. Dieser lies eine heute völlig verschwundene Öl- und Mahlmühle, sowie einen Kupferhammer errichten. Der hintere Teil des Grundstücks kam zusammen mit dem ausgedehnten Waldgelände 1815 in den Besitz des Grafen d’Arlon, einem Bankier aus dem elsässischen Zabern. Bei einer Zwangsversteigerung kam das ganze Areal um 1860 in den Alleinbesitz des Grafen d’ Arlon. Der Sattelmühler Besitz ist 1932 von d’Arlon an den Holzunternehmer Friedrich Schenk aus Homburg veräußert worden. 1976 erwarb der Versicherungskonzern Allianz AG das Gut, die Gebäude wurden teilweise als Wohnungen vermietet. 1995 gelangte das Forstgut in den Besitz von Erich und Erika Schmidt.