In 2015 wurde auf dem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen (UN) in New York die „Agenda 2030“ als „Weltzukunftsvertrag“ verabschiedet. Sie formuliert 17 Ziele, die als Wegweiser in eine Zukunft dienen sollen, in der beispielsweise der Klimawandel bekämpft, die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten und nachhaltig genutzt sowie Armut und Hunger beendet und Ungleichheiten bekämpft werden.
Viele der formulierten Nachhaltigkeitsziele haben einen hohen Querschnittscharakter und können daher in unterschiedlichen Kontexten aufgegriffen werden.
Der Weg der Nachhaltigkeit auf dem Mehrgenerationenweg in Esthal beleuchtet die Nachhaltigkeitsziele im Kontext Wald und greift die übergeordneten Nachhaltigkeitsziele 6, 12, 13 und 15 auf. Er spezifiziert die Rolle des Waldes zur Erreichung dieser Ziele und der damit verbundenen Unterziele.

Der Boden besteht neben den festen Bodenpartikeln aus einem System unterschiedlich großer Poren. In diesen Poren können sehr große Mengen an Niederschlagswasser aufgenommen, gespeichert und wieder an die Pflanzen abgegeben werden. Waldböden sind die größten Süßwasserspeicher Deutschlands. Dies wird angesichts zunehmender Trockenperioden und Starkregenereignissen im Zuge des Klimawandels immer wichtiger.
Neben der Wasserspeicherung gehören die Reinhaltung des Grundwassers und die Aufrechterhaltung der Nahrungskette zu den Bodenfunktionen. Durch Filterung und Pufferung werden Schadstoffe wie Schwermetalle und Pflanzenschutzmittel zurückgehalten.
Um das Grundwasser vor qualitäts- und quantitätsmindernden Einflüssen zu schützen, hat das Land Rheinland-Pfalz im Jahr 2016 rund um die Sattelmühle ein rund 679 Hektar großes Wasserschutzgebiet ausgewiesen. Aus vier Brunnenanlagen gewinnen die Stadtwerke Lambrecht und Neustadt erhebliche Mengen für ihre Trinkwasserversorgung.


Die Wälder in Deutschland werden nach geltendem Recht bewirtschaftet. Dabei steht die naturnahe Waldbewirtschaftung im Vordergrund. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit des Waldes für den Naturhaushalt zu erhalten und den verschiedenen Waldnutzungen gerecht zu werden. Deshalb werden Mischwälder mit hohen Anteilen standortgerechter und heimischer Baumarten wie Buche und Eiche gefördert.
Die moderne Waldbewirtschaftung im Sattelmühler Stiftungswald zielt auf die Erhaltung, Pflege und Entwicklung waldtypischer Lebensräume mit hohem Alt- und Totholzanteil. Dazu werden z. B. Biotopbaumgruppen und Horstbäume, die mit weißen Wellen gekennzeichnet sind, ausgewiesen und dürfen nicht gefällt werden.
Wälder speichern Kohlenstoff in ihrem Holz über viele Jahre. Dadurch werden der Atmosphäre klimaschädliche Treibhausgase entzogen. Holz und Holzprodukte sollen möglichst lange und effizient genutzt werden, um den Neueinschlag so gering wie möglich zu halten. Ziel der langfristigen Nutzung ist es, diesen externen Kohlenstoffspeicher zu nutzen, d. h. dem System Kohlenstoff zu entziehen.


Die Waldgesetze sehen einen weitgehenden Verzicht auf chemische Mittel bei der Waldbewirtschaftung vor. Dies dient dem integrierten Waldschutz. Der Erhalt des über Jahrhunderte entstandenen Bodens ist auch für die Filterung verschiedener Stoffe, darunter auch Giftstoffe, von großer Bedeutung. Ein intakter Wald mit Alt- und Totholz sowie vielfältiger Tierwelt trägt dazu bei.
Unsachgemäße Behandlung von sandreichen Böden im Wald führt zu einer starken Belastung der Waldböden. Veränderungen im Bodenchemismus und die fortschreitende Bodenversauerung gefährden die Vitalität und Stabilität der Wälder.
Damit Abfälle nicht unkontrolliert in die Umwelt gelangen, sollte der Materialeinsatz von vornherein reduziert werden. Andererseits sind Schadstoffe fachgerecht zu entsorgen und Materialien wiederzuverwenden oder zu recyceln. Für notwendige Stoffe sollten verträgliche Alternativen eingesetzt werden. Darüber hinaus ist das Ablagern von Abfällen (auch Gartenabfällen) im Wald verboten.


Wälder leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Kohlendioxid wird zum Aufbau der Biomasse in den Bäumen benötigt und abgestorbene organische Substanz wird zum Humus im Boden angereichert. Dadurch wird der Atmosphäre klimaschädliches Kohlendioxid entzogen und langfristig gespeichert. Der Wald ist somit eine Kohlenstoffsenke, in der Orte, an denen in der lebenden Biomasse und den Waldböden die größten Mengen an Kohlenstoff gespeichert werden. Neben der lebenden Biomasse und dem Waldboden muss bei der Bewertung der Kohlenstoffvorräte auch das Totholz berücksichtigt werden.
Totholz dient in erster Linie dem Arten- und Biotopschutz. Darüber hinaus stellen durch das Belassen von Totholz im Wald Nährstoffe (z. B. Phosphor und Kalium) im Nährstoffkreislauf wieder bereit.
Um die Klimaschutzwirkung der Wälder zu erhalten, sind Maßnahmen wie naturnahe Waldbewirtschaftung, gute Altersklassenverteilung, Aufforstung, Sanierung degradierter Wälder und Sicherung der Vitalität und Stabilität der Wälder erforderlich.


Das rheinland-pfälzische Landeswaldgesetz schreibt eine möglichst rasche Wiederbewaldung durch Pflanzung oder natürliche Ansamung vor. Teilweise wird im Pfälzerwald zur Wertholzproduktion die Pflanzung von Kleinstgruppen, so genannten „Klumpen“, durchgeführt. Dabei werden 20 bis 40 Baumsetzlinge auf engem Raum mit mehreren Metern Abstand zum nächsten „Klumpen“ gepflanzt. In den Zwischenräumen können sich dann viele andere Pflanzenarten auf natürliche Weise entwickeln.
Um Wälder dauerhaft zu erhalten, kann jeder Einzelne seinen Papierverbrauch reduzieren. Auch der Konsum von Produkten wie Fleisch oder Palmöl kann reduziert werden.
